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Con Brio - Das Sinfonieorchester

19.02.2027
Stadthalle Lohr | 19:30


Veranstaltungsort:
Stadthalle Lohr
Jahnstraße 8
97816 Lohr a.Main

Die Winterkonzerte des Würzburger Sinfonieorchesters Con Brio erweisen zwei Komponisten Referenz, die im 19. Jahrhundert ihre je eigenen Kunstgattungen in höchste Höhen geführt haben: dem Opernreformer Richard Wagner und dem Sinfoniker Anton Bruckner. Es erklingt zunächst das Vorspiel zu Wagners Oper „Tristan und Isolde“ in Verbindung mit dem Schluss des Werkes, mit „Isoldes Liebestod“. Nach der Pause kommt Bruckners VII. zur Aufführung, die Sinfonie, mit der dem Komponisten seinerzeit der Durchbruch zu lange entbehrter Anerkennung in der Musikwelt gelang. Gert Feser leitet in bewährter Weise das Con Brio. Karten gibt es bei Reservix sowie bei den bekannten Vorverkaufsstellen.

Mit „Tristan und Isolde“, entstanden mitten im Kompositionsprozess der Ring-Tetralogie, schuf Wagner ein Werk, in dem die dramatische Handlung weitgehend hinter die Darstellung innerer Seelenbewegung zurücktritt. Die Musik findet ihren Ausdrucksgegenstand nicht mehr in einzelnen Episoden, sondern sie fließt in „unendlicher Melodie“ eigentlich sogar über die Aktgrenzen hinweg. Das ermöglichte schon Wagner selbst die Zusammenstellung zweier Teile der Oper, des Anfangs und des Endes, zu einem selbständigen Stück für den Konzertsaal: in Vorspiel und Isoldes Liebestod ist der weite Bogen der inneren Entwicklung der beiden Liebenden zu einem knappen, aber logischen Ganzen zusammengeführt. Wegen der motivreichen und dichten Orchesterbegleitung des Schlussteils kann man für die Konzert-Aufführung ohne musikalische Einbußen auf den Gesangspart verzichten.

Anton Bruckners Musik wird gern in die Nähe der Wagnerschen Tonsprache gerückt, wohl deshalb, weil Bruckner eine tiefe, mitunter ins Devote abgleitende Verehrung für Wagner empfand. Die wunderbare, ihrerseits weite Bögen schlagende VII. Sinfonie scheint diese Nähe zu bestätigen, denn es finden sich Zitate gerade aus dem Tristan-Kosmos vor allem im ersten Satz, und ins Adagio fügt Bruckner den berühmten Trauergesang der Tuben für den verstorbenen Bayreuther Meister ein. Doch abseits dieser Äußerlichkeiten produzieren die beiden Tonschöpfer völlig unterschiedliche Musik. Zugespitzt könnte man sagen: Wagner lebt und schreibt in Gefühlen und bringt dabei Formen (etwa seine Leitmotivstrukturen) hervor. Bruckner dagegen komponiert in formalen Linien und Schichten, dabei entstehen freilich überwältigende Ausbrüche und tiefe, stille Momente – Gefühle also, nicht geringere als bei Wagner.

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Bildnachweis: Photo PRISMA – Martina Kaiser

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