Es war einmal im Jahr 1725, da wurde im Lohrer Schloss ein Mädchen geboren: Maria Sophia Margaretha Catharina von Erthal. Damals konnte niemand ahnen, dass ihr Leben Jahrhunderte später mit einer der berühmtesten Märchenfiguren der Welt in Verbindung gebracht werden würde – Schneewittchen.
Maria Sophia wuchs im Lohrer Schloss auf. Ihre Mutter starb früh, ihr Vater Philipp Christoph von Erthal heiratete erneut. Der Familie wird auch der berühmte „Sprechende Spiegel“ zugeschrieben, der heute im Spessartmuseum im Lohrer Schloss zu sehen ist. Schloss und Spiegel gehören zu den wichtigsten Spuren auf der Suche nach dem möglichen historischen Vorbild für Schneewittchen.
Doch die Parallelen zum Märchen reichen noch weiter: Bergbau, Glashütten und Eisenhämmer prägten einst den Spessart. Auch die „sieben Berge“ lassen sich rund um Lohr wiederfinden – heute führt sogar ein Wanderweg auf historischen Pfaden über die Spessarthöhen. So werden Orte und Begebenheiten der Region mit Motiven wie den sieben Zwergen, dem gläsernen Sarg oder den eisernen Pantoffeln in Verbindung gebracht.
Und die Brüder Grimm? Sie verbrachten einen Teil ihrer Jugend im nahe gelegenen Steinau an der Straße. Ob und wie die Geschichten aus dem Spessart tatsächlich ihren Weg in das Märchen fanden, bleibt ein spannendes Zusammenspiel aus historischen Fakten, Indizien und märchenhafter Interpretation.
Neugierig geworden? Noch mehr Hintergründe, Spuren und überraschende Zusammenhänge findest du in unserer Broschüre „Schneewittchen – Eine Lohrerin?“.