Blick über die Ziegeldächer und Fachwerkhäuser der Altstadt mit Kirchturm bei Abenddämmerung, Vögel im Himmel

Das Lohrer Schneewittchen

Die Schönste im ganzen Land

Was verbindet ein weltberühmtes Märchen mit Lohr am Main? Eine ganze Menge! Nicht umsonst trägt Lohr den Namen Schneewittchenstadt. Historische Spuren und spannende Parallelen führen zur Lohrer Stadtgeschichte und zu Maria Sophia Margaretha Catharina von Erthal, die 1725 im Lohrer Schloss geboren wurde und als mögliches historisches Vorbild für Schneewittchen gilt.

Doch in Lohr gehört Schneewittchen nicht nur der Vergangenheit an: Bei Schneewittchenbegrüßungen und Märchenstunden wird die berühmte Geschichte lebendig. Und wer wissen möchte, was hinter der Verbindung wirklich steckt, kann entdecken, wo Märchen und Realität aufeinandertreffen.



Das Lohrer Schneewittchen steht in der städtischen Parkanlage. In der Hand hält sie einen Korb mit einem Märchenbuch und Äpfeln.

Schneewittchen und Lohr

Es war einmal im Jahr 1725, da wurde im Lohrer Schloss ein Mädchen geboren: Maria Sophia Margaretha Catharina von Erthal. Damals konnte niemand ahnen, dass ihr Leben Jahrhunderte später mit einer der berühmtesten Märchenfiguren der Welt in Verbindung gebracht werden würde – Schneewittchen.

Maria Sophia wuchs im Lohrer Schloss auf. Ihre Mutter starb früh, ihr Vater Philipp Christoph von Erthal heiratete erneut. Der Familie wird auch der berühmte „Sprechende Spiegel“ zugeschrieben, der heute im Spessartmuseum im Lohrer Schloss zu sehen ist. Schloss und Spiegel gehören zu den wichtigsten Spuren auf der Suche nach dem möglichen historischen Vorbild für Schneewittchen.

Doch die Parallelen zum Märchen reichen noch weiter: Bergbau, Glashütten und Eisenhämmer prägten einst den Spessart. Auch die „sieben Berge“ lassen sich rund um Lohr wiederfinden – heute führt sogar ein Wanderweg auf historischen Pfaden über die Spessarthöhen. So werden Orte und Begebenheiten der Region mit Motiven wie den sieben Zwergen, dem gläsernen Sarg oder den eisernen Pantoffeln in Verbindung gebracht.

Und die Brüder Grimm? Sie verbrachten einen Teil ihrer Jugend im nahe gelegenen Steinau an der Straße. Ob und wie die Geschichten aus dem Spessart tatsächlich ihren Weg in das Märchen fanden, bleibt ein spannendes Zusammenspiel aus historischen Fakten, Indizien und märchenhafter Interpretation.

Neugierig geworden? Noch mehr Hintergründe, Spuren und überraschende Zusammenhänge findest du in unserer Broschüre „Schneewittchen – Eine Lohrerin?“.

Schneewittchenbegrüßungen

Schneewittchenbegrüßungen

Stell dir vor: Du kommst in Lohr an, stehst vor dem imposanten Lohrer Schloss und wirst dort von Schneewittchen persönlich begrüßt. Vor dieser historischen Kulisse erfährst du, warum Lohr als Schneewittchenstadt bekannt ist und welche Spuren das weltberühmte Märchen hier hinterlassen hat.

Eine solche Begegnung kannst du individuell buchen – oder du triffst Schneewittchen beim Kulturspaziergang an jedem ersten und dritten Sonntag im Monat (April bis Oktober). Nach der Begrüßung geht es gemeinsam mit einem Gästeführer durch die Lohrer Altstadt, der spannende Einblicke in die Geschichte und Besonderheiten der Stadt gibt.

Märchenhaft begrüßt und anschließend Lohr entdecken – so beginnt eine ganz besondere Stadtführung.

Das Lohrer Schneewittchen und ihre sieben Zwerge sitzen auf einer Bank direkt vor Schneewittchens Geburtshaus, dem Lohrer Schloss, wo sich heute das Spessartmuseum befindet.
Das Lohrer Schneewittchen bei einer Märchenstunde in der städtischen Parkanlage. In der Hand hält sich ein Märchenbuch mit Erzählungen der Brüder Grimm

Märchenstunden mit Schneewittchen

Ein märchenhaftes Erlebnis für kleine und große Gäste: Jeden zweiten und vierten Sonntag im Monat (April bis Oktober) wird das Märchen der Brüder Grimm im Spessartmuseum lebendig. Um 15 Uhr lädt das Lohrer Schneewittchen in seinem Geburtshaus zur Märchenstunde ein und nimmt seine Gäste mit in die Welt von Schneewittchen und den sieben Zwergen.

Wer schon einmal im Schloss ist, sollte sich anschließend auch den legendären „Sprechenden Spiegel“ im zweiten Obergeschoss ansehen. Er wird mit der bösen Stiefmutter aus dem Märchen in Verbindung gebracht und ist noch heute im Museum zu bestaunen.

Die Märchenstunde ist kostenlos. Für den Besuch des Spessartmuseums beträgt der Eintritt 3,00 € für Erwachsene und 2,00 € für Schulkinder, Kleinkinder haben freien Eintritt.

Du möchtest Schneewittchen mit deiner Familie, einer Kindergruppe oder zu einem besonderen Anlass ganz für euch erleben? Individuelle Märchenstunden mit dem Lohrer Schneewittchen können auch über die Touristinformation gebucht werden.

Also: Platz nehmen, Ohren spitzen und eintauchen in die Welt von Schneewittchen!

Märchen und Realität

Was hat das weltberühmte Märchen von Schneewittchen und den sieben Zwergen mit Lohr am Main zu tun? Dieser Frage ging 1986 der Lohrer Apotheker und Historiker Dr. Karlheinz Bartels nach. Seine These: Wenn Schneewittchen ein historisches Vorbild hatte, könnte es Maria Sophia Margaretha Catharina von Erthal gewesen sein, die 1725 im Lohrer Schloss geboren wurde.

Bartels entdeckte zahlreiche verblüffende Parallelen zwischen Märchen und Lohrer Geschichte – vom „Sprechenden Spiegel“ über die sieben Berge und den Bergbau im Spessart bis hin zum wilden Wald. Seine augenzwinkernde Spurensuche bezeichnete er selbst als „Fabulologie des Spessarts“.

Was daran historisch belegt, was Interpretation und was einfach märchenhaft ist? Entdecke die Spuren und entscheide selbst, wie viel Lohr in Schneewittchen steckt.

Schneewittchen liegt mitten im herbstlichen Wald in einem Glassarg
Schneewittchen liegt im gläsernen SargKI-generiertes Bild

Unser Angebot

Schneewittchenbegrüßungen und Märchenstunden können über die Touristinformation gebucht werden.
BezeichnungPreis
Schneewittchenbegrüßung (innerhalb der Kernstadt)30,00 €
Schneewittchenbegrüßung mit Zwergen (innerhalb der Kernstadt)60,00 €
Äpfel (zum Tagespreis)
Märchenstunde im Schloss50,00 €