Lohrer Karfreitagsprozession
Die Lohrer Karfreitagsprozession zählt zu den ältesten Deutschlands. Seit 1658 ziehen 13 lebensgroße Figurengruppen in tiefer Stille durch die Altstadt und stellen eindrucksvoll die Leidensgeschichte Christi dar.

Über dieses Angebot
Eine jahrhundertealte Tradition
Wenn sich am Karfreitag um 10.30 Uhr die Lohrer Karfreitagsprozession an der katholischen Stadtpfarrkirche in Bewegung setzt, wird es still in der Innenstadt. Rund 90 Minuten lang bestimmen dumpfe Paukenschläge und getragene Passionsmusik die besondere Atmosphäre. Mehrere Tausend Gläubige und Zuschauer säumen traditionell den Weg der Prozession durch die Lohrer Altstadt.
Im Mittelpunkt stehen 13 schwere Holzpodeste mit lebensgroßen Figurengruppen, die Stationen der Leidensgeschichte Christi darstellen. Getragen werden sie von Mitgliedern alter Handwerkszünfte sowie von Vereinen und Verbänden. Langsam ziehen die eindrucksvollen Darstellungen durch die Straßen der Stadt – begleitet von tiefer Stille.
Die Lohrer Karfreitagsprozession blickt auf eine außergewöhnlich lange Geschichte zurück: Bereits 1658 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt und zählt damit zu den ältesten Karfreitagsprozessionen Deutschlands. Bis in die 1960er-Jahre begleiteten die Gläubigen den Zug betend und singend. Seither verfolgen sie die Prozession schweigend und verleihen ihr damit ihren heute charakteristischen Ausdruck.
Ihre besondere kulturelle und historische Bedeutung wurde inzwischen auch offiziell gewürdigt: Im März 2026 wurde die Lohrer Karfreitagsprozession in das Bayerische Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
Die Verbindung aus Glaube, jahrhundertealter Tradition und eindrucksvollen Figurengruppen macht die Lohrer Karfreitagsprozession zu einem besonderen Bestandteil der Stadtgeschichte, der bis heute von Generation zu Generation weitergetragen wird.