Kinder- und Jugendliteraturfestival in Lohr zieht positive Bilanz
Mehr als 2.000 Schülerinnen und Schüler erlebten fünf Tage voller Lesungen, Gespräche und Begegnungen – Lohrer Lesepreis geht an Nina Weger

Fünf Tage, zahlreiche Veranstaltungen und mehr als 2.000 Schülerinnen und Schüler: Das vierte Kinder- und Jugendliteraturfestival in Lohr a.Main ist am vergangenen Sonntag mit der Verleihung des Lohrer Lesepreises zu Ende gegangen. Unter dem Motto „Demokratie (er)leben“ standen vom 14. bis 18. Oktober Literatur, persönliche Begegnungen und der Austausch über unterschiedliche Perspektiven im Mittelpunkt.
Ob Märchen für die Jüngsten, Fantasy, Poetry Slam, politische Sachbücher oder aktuelle Jugendromane: Das Festival bot ein vielfältiges Programm für unterschiedliche Altersgruppen. Zu Gast waren unter anderem die Autorinnen Katja Brandis und Leonie Paar sowie die Künstlerin Lila Sovia und der Autor und Publizist Philipp Ruch. Mehr als 2.000 Schülerinnen und Schüler aus Lohr und der Region besuchten die Veranstaltungen.
„Die Tage waren anstrengend, nachdenklich, vergnüglich, oft emotional“, zog Krystyna Kuhn, Autorin und eine der Veranstalterinnen, Bilanz. Besonders die Rückmeldungen von Eltern hätten gezeigt, wie sehr die Veranstaltungen junge Menschen erreicht hätten. Lohr habe mit der Stadthalle, den Schulen und dem bestehenden Netzwerk sehr gute Voraussetzungen für ein solches Festival. „Lohr kann das“, so Kuhns Fazit.
Literatur als Beitrag zur Demokratiebildung
Wie wichtig Literatur für Bildung, gesellschaftliches Miteinander und Demokratie sein kann, wurde auch bei der Verleihung des vierten Lohrer Lesepreises am Sonntag, den 18. Oktober deutlich. In ihren Grußworten stellten Landrat Christoph Vogel und Thomas Schiebel, Vizepräsident des Bezirkstags von Unterfranken, die Bedeutung des Lesens und der Leseförderung heraus.
Landrat Christoph Vogel betonte, Bücher eröffneten neue Welten, vermittelten Wissen und machten mit anderen Perspektiven vertraut. Gerade für Kinder und Jugendliche sei Lesen eine wichtige Grundlage dafür, Informationen zu verstehen, Fragen zu stellen und sich eine eigene Meinung zu bilden. Damit leiste Leseförderung auch einen Beitrag zur Demokratiebildung
Auch Thomas Schiebel, Vizepräsident des Bezirkstags von Unterfranken, hob die Bedeutung von Lese- und Medienkompetenz hervor. Angesichts von künstlicher Intelligenz und der Vielzahl digitaler Inhalte sei es entscheidend, Informationen nicht nur aufzunehmen, sondern ihren Inhalt und ihre Absicht zu verstehen und kritisch zu hinterfragen. Erwachsene hätten dabei eine wichtige Vorbildfunktion.
Erster Bürgermeister Dirk Rieb blickte bei der Preisverleihung auf die Entwicklung des Festivals und seine Bedeutung für Lohr. „Lohr liebt Literatur“, stellte er fest und betonte, dass sich das Kinder- und Jugendliteraturfestival in den vergangenen Jahren zu einem festen Bestandteil des kulturellen Lebens der Stadt entwickelt habe. Besonders freue ihn, dass das Festival immer mehr junge Menschen erreiche.
Sein Dank galt allen, die die fünf Tage Literatur möglich gemacht und mit Leben gefüllt hatten – von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt und der Stadthalle über die Schulen und Lehrkräfte bis hin zu den Förderern, Partnern, Autorinnen, Autoren sowie Künstlerinnen und Künstlern. Vor allem aber richtete er sich an die Kinder und Jugendlichen, die das Festival mit Leben gefüllt hätten. Ihnen gab er einen Wunsch mit auf den Weg: „Ich hoffe, dass viele von euch ein Buch finden konnten, das euch ein Stück noch begleitet.“
Lohrer Lesepreis geht an Nina Weger
Höhepunkt der Abschlussveranstaltung war die Verleihung des vierten Lohrer Lesepreises. Ausgezeichnet wurde die Autorin Nina Weger für ihr Jugendbuch „Fair ohne Kompromisse“. Die Jury hatte ganze 20 im Jahr 2025 erschienene Jugendbücher zum Festivalmotto „Demokratie erleben“ gelesen, diskutiert und schließlich ihre Entscheidung getroffen.
Besonders beteiligt war dabei die Jugendjury. Vertreten durch Lex Lasarev lobte sie unter anderem, dass das Buch Jugendliche unmittelbar anspreche und mit einer modernen Robin-Hood-Geschichte, die Frage stellt, ob der Zweck die Mittel heiligt.
Für Nina Weger war die Auszeichnung durch die Jugendjury eine besondere Bestätigung. Sie freue sich umso mehr darüber, dass die Geschichte ihren Weg gefunden habe und von jungen Leserinnen und Lesern ausgewählt worden sei.
Das Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro wurde von der Unterfränkischen Kulturstiftung gestiftet. Der Preis wurde im Rahmen der Abschlussveranstaltung von Thomas Schiebel überreicht.
Leseförderung braucht viele Partner
Ein Festival dieser Größe ist nur durch das Zusammenspiel vieler Beteiligter möglich. Neben der Stadt Lohr unterstützen zahlreiche Partner und Förderer die Veranstaltung: das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, die Unterfränkische Kulturstiftung, die Raiffeisenbank Main-Spessart eG, die Sparkassenstiftung für den Landkreis Main-Spessart, der Rotary Club Lohr – Marktheidenfeld, die Gustav-Woehrnitz-Stiftung Lohr a.Main, die Gerd-Rexroth-Stiftung und die Jugendstiftung des Landkreises Main-Spessart. Die Stadt Lohr a.Main dankt allen Förderern dieses Projekts.