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Asche ist reines Weiß

19.06.2019
Kulturkeller im Weinhaus Mehling | 17:45


Veranstaltungsort:
Kulturkeller im Weinhaus Mehling
Hauptstraße 30
97816 Lohr a.Main

Tel.: 09352/2602

info@weinhaus-mehling.de
Veranstalter:
Weinhaus Mehling

"Asche ist reines Weiß" ist ein Epos, das von den ersten achtzehn Jahren des neuen Jahrtausends in China erzählt, eine Zeitspanne, die es braucht, um erwachsen zu werden, und in der die Figuren die alten Strukturen und Werte hinter sich lassen, während die chinesische Gesellschaft sich für den Kapitalismus bereit macht. Zhangke erzählt vom Wandel der Gesellschaft und vom Wandel der Individuen, stets bringt er beides zusammen. Im Zentrum seines mittlerweile zehnten Spielfilms, der im Jahr 2001 beginnt, steht der Jianghu-Clan, eine der Unterwelt zuzurechnende Gemeinschaft, die dem sozialistischen Diktat eigene Werte und Ehrenkodizes entgegenhält. Der Alkohol fließt bei ihnen in Strömen, Schnaps und Likör, so sehen wir es in einer Szene, in der alle Clan-Mitglieder zusammengefunden haben, ergießen sich in einen Bottich wie Flüsse ins Meer, und genau das bedeutet "Jianghu": Flüsse und Meere. Es wird auf die Treue getrunken, noch gibt es den Zusammenhalt. Bald wird sich das ändern.

Dunja Bialas - SPIEGEL online

 

Züge. Sie fahren durch die Filme von Jia Zhangke, Fernzüge, Vorortzüge, Hochgeschwindigkeitszüge, sie bringen die Glückssucher, die getrennten Liebenden, die vor ihrem Leben Fliehenden von Nord nach Süd, von den Bergen ans Meer. Sie weben die Textur der Geschichten, die Züge der chinesischen Staatsbahn, die auf achtzigtausend Schienenkilometern die Regionen des riesigen Landes miteinander verbinden, und sie machen das Tempo der Veränderungen augenfällig, von denen die Geschichten erzählen. Ein Zug rast durch die Nacht, der Film schließt seine Augen, und wenn er sie am nächsten Morgen wieder aufschlägt, ist ein Jahrzehnt vergangen.

Andreas Kilb - Frankfurter Allgemeine

 

Zhao Tao spielt Qiao, sie ist Jia Zhang-kes Frau und ist in den meisten seiner Filme dabei. Sie ist auf eine undurchdringliche Weise jung, Jugend als Maske, hat eine strenge, fast eisenherzige Frisur wie Uma Thurman in "Pulp Fiction". Bin nimmt Qiao mit vor die Stadt, sie stehen eng aneinandergeschmiegt und er bringt ihr das Schießen bei, führt ihre Hand mit der Waffe. Es ist eine Verführung, aber in ihren Bewegungen liegt schon eine befremdliche Distanz. Wenn Qiao dann nach ihren Schüssen ins Gefängnis muss - weil sie nicht verrät, dass es Bins Waffe ist, die sie benutzte -, wird Bin sie kein einziges Mal besuchen. Als sie dann die Strafe verbüßt hat und aus der Haft entlassen wird, nach fünf Jahren, steht er nicht am Ausgang, um sie abzuholen. Sie erfährt dann, dass er eine andere Freundin hat.

Fritz Göttler - Süddeutsche Zeitung

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