Krebszucht trägt Früchte


Eintrag vom 29.08.2019, 08:41 Uhr

Bereits vor 10 Jahren wurden mehrere Flusskrebse in zwei Teichen im Stadtwald und im Feuchtwiesenkomplex im Lohrtal ausgesetzt, um sich dort auf natürliche Weise zu vermehren und als langfristiges Ziel die Wiederbesiedlung der Lohr und deren Nebenbäche zu gewährleisten.

In Zusammenarbeit mit der Hegefischereigenossenschaft der Lohr trägt dieses Vorhaben nun Früchte. Am 22. August 2019 konnten Krebse aus einem der Teiche geholt und in den Aubach eingesetzt werden. Harald Schlundt, Vorsitzender der Hegefischereigenossenschaft der Lohr, holte zwei Reusen mit insgesamt sechs Krebsen aus dem Teich. Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel durfte diese dann in den Aubach in der Nähe des Kepplerwehres einsetzen.

Der Europäische Flusskrebs (Astacus astacus) oder auch Edelkrebs ist eine deutschlandweit vom Aussterben bedrohte Krebsart, die in unserer Region seit etwa den 1950er Jahren als ausgestorben galt. Hauptgrund für den Einbruch der Populationen in ganz Europa waren die schlechte Wasserqualität vor allem zwischen den 1960er und 1980er Jahren sowie die sogenannte Krebspest, die sich seit etwa 1870 von zwei sich bei uns ausbreitenden amerikanischen Krebsarten auf die heimischen Krebsarten übertrug. Da sich die Wasserqualität in den meisten Fließgewässern, besonders durch Fortschritte in der Klärtechnik, in den letzten Jahrzehnten verbessert hat, ist ein Wiederbesatz mit dem Flusskrebs an einigen Gewässern möglich.

Bildunterschrift: v.l. Harald Schlundt, Vorsitzender der Hegefischereigenossenschaft der Lohr, Erwin Dotzel, Bezirkstagspräsident, Bärbel Imhof, Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen, Christine Kohnle-Weis, 2. Bürgermeisterin Lohr a.Main, Dr. Wolfgang Silkenat, Fachberater und Sachverständiger für Fischerei

Foto: Wolfgang Dehm

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