Kein Luxus: Dringender Sanierungsbedarf im Fischerviertel


Eintrag vom 08.11.2017, 15:38 Uhr

Aus dem Kommentar von Frau Büdel in der Ausgabe des Main-Echo vom 8.11.2017 ist ersichtlich, dass die Begründung für die Einstellung von Planungskosten für die Generalsanierung der Fischergasse und Muschelgasse in der öffentlichen Sitzung zu kurz gekommen ist.

Die Abwasserkanäle der Fischer- und Muschelgasse gehören zu den ältesten in ganz Lohr a.Main. Unter dem historischen Pflaster beider Straßen liegen ebenso historische Kanäle und Wasserleitungen. Die Kanäle sind jedoch nicht nur alt sondern auch undicht. Teilweise sind die Kanalleitungen so schadhaft, dass in den vergangenen Jahren nicht nur Hausanschlüsse sondern ganze Rohrstränge zusammengebrochen sind. Die Kosten für die deshalb erforderlich gewordenen flickwerkartigen Schadensbehebungen waren nicht unerheblich. Die Sanierung der beiden Kanalleitungen ist seit Jahren wegen anderer Dringlichkeiten immer wieder hinausgezögert worden.

Schwierige Bedingungen für Straßen- und Kanalsanierung im Fischerviertel

Eine Sanierung der Leitungen im Untergrund bedingt zwangsläufig auch eine Sanierung der Straßenoberfläche. Diese wird in der Durchführung nicht unproblematisch werden. Hydraulisch hängen die Kanäle der beiden Straßenzüge Fischer- und Muschelgasse zusammen und haben im Grunde die gleichen Probleme. Da die meisten Häuser in diesem Bereich nicht unterkellert sind, müssen die Bauten während der Bauzeit vermutlich aufwendig gesichert werden. In der schmalen Muschelgasse wird zudem nicht mit großem Gerät gearbeitet werden können. Die Maßnahmen werden daher aller Voraussicht nach zeitaufwendig und teuer werden. Aus dem Investitionsplan zum Wirtschaftsplan der Stadtwerke Lohr a.Main ist ersichtlich, dass es eine große Anzahl notwendiger Generalsanierungen gibt. Vom Zustand der Leitungen her betrachte, haben jedoch die beiden Gassen inzwischen die höchste Priorität erreicht. Die geplante Sanierung der beiden Gassen hat deshalb mit Luxus nichts zu tun.

Ständige Abwägung der Prioritäten für einzelne Projekte notwendig

Hinsichtlich des Schulwegs zum Nägelsee-Schulzentrum ist festzustellen, dass der sicherste Weg zur Nägelseeschule über die Geh- und Radwegverbindung Lohrtorstraße – Zebrastreifen – Frauenkloster – Fußgängerampel Bahnhofstraße und weiter entlang des Sportplatzes bis zum Eingang der Schulen führt. Aus Richtung Sackenbach und Lindig ist das Schulzentrum Nägelsee über die Fuß- und Radwegbrücke über die B 26 zu erreichen.

Den Verantwortlichen der Stadt Lohr a.Main ist jedoch bekannt und bewusst, dass zahlreiche Schüler täglich den direkten Weg über die Jahnstraße ins Schulzentrum Nägelsee wählen. Dass hier eine Verbesserung der Verkehrssicherheit erreicht werden muss ist völlig unstrittig.

Hinsichtlich der Abwägung der Dringlichkeit befinden wir uns in einem ständigen Prozess. Spätestens in den jährlich wiederkehrenden Haushaltsberatungen muss stets aufs Neue abgewogen werden, welche Priorität für die einzelnen Projekte gilt.

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